Was ist therapeutisches Boxen?


Der Ursprung

Das therapeutische Boxen hat seinen Ursprung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und wurde dort von der Physiotherapeutin Anke Henning entwickelt. Ziel dabei ist es, den Körper zu aktivieren, innere Anspannung zu reduzieren und die Körperwahrnehmung zu verbessern. Im Gegensatz zum Fitnessboxen steht beim therapeutischen Boxen neben der körperlichen Aktivität auch die Psyche im Mittelpunkt. Es soll über das körperliche Erleben in den Stunden ein Zugang zu den Emotionen geschaffen werden. So kann man lernen, Gefühle und Affekte besser wahrzunehmen und zu steuern. Diese Wirkung eröffnet eine große Bandbreite an Möglichkeiten und viele unterschiedliche Ansätze beispielsweise für die Sportpsychologie, die Jugendhilfe oder für die Physiotherapie. 

Therapeutisches Boxen Freiburg

Unsere sportliche Heimat ist das ExitAsia Gym in Freiburg. Es ist eine der größten Kampfsportschulen Südbadens und bietet ein breites Angebot an Kampfsportarten vom Breitensport bis zum Wettkampfsport auf Profiniveau an. Vor diesem Hintergrund haben wir ein spezielles Konzept des therapeutischen Boxens entwickelt. Die Basis ist immer eine fundierte Boxausbildung im Rahmen der Stunden, da wir die erlernten Skills, wie z. B. eine gute Balance, Distanzverhalten, Defensive und Offensive sowie die Kontrolle von Angst und Emotionen als wertvolle Grundlage für ein stabiles Leben nutzen können. Des Weiteren ermöglichen wir damit unseren Klientinnen und Klienten sich nach den Stunden leichter in einer normalen Kampfsportschule einzufinden, sodass das Boxen gegebenenfalls langfristig als stabilisierender Teil ins Leben integriert werden kann. Zudem bietet eine sichere Technik gleichzeitig ein geringeres Verletzungsrisiko und letztendlich eine ganze Menge mehr Spaß, da beispielsweise Schläge eine größere Wirkung haben. 
Während das therapeutische Boxen oft von Psycho- oder Physiotherapeuten ohne sportlichen Hintergrund angeboten wird, sind wir in der Lage, die Technik und Leidenschaft besser zu vermitteln und gleichzeitig ein größeres Repertoire an Übungen oder Situationen bereitzustellen.
Getreu unserem Motto: „Selbstbewusstsein heißt, sich seiner Selbst bewusst zu sein“, ermöglicht die präzise Schulung des Körpers, eigene Stärken und Schwächen klar einzuordnen und produktiv mit ihnen umzugehen. Im Training lernt man, sich seine Kräfte ökonomisch einzuteilen und Emotionen wie Druck oder Angst aktiv zu regulieren. Diese „im Ring“ gewonnenen Fähigkeiten lassen sich direkt auf den Alltag übertragen und ermöglichen so einen gelasseneren Umgang mit Herausforderungen. Denn wer lernt, in Bewegung stabil bei sich zu bleiben, tritt auch im Leben mit einem gefestigten Selbstvertrauen auf.

Embodiment 

Neben dem Boxen ist das Prinzip des Embodiments ein wichtiger Bestandteil der Stunden. Es besagt, dass Körper und Psyche nicht trennbar sind und sich permanent gegenseitig beeinflussen. Beispielsweise wirkt zum einen unser mentaler Zustand auf unsere Körperhaltung und zum anderen wirkt unsere Körperhaltung auf unseren mentalen Zustand.  
Aktuelle Gesundheitsdaten zeigen einen deutlichen Anstieg psychischer Erkrankungen. Unsere moderne Welt – geprägt von einer oft belastenden Arbeitswelt, globalen Krisen und einem zunehmenden Verlust für die Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper – fordert ihren Tribut.
Da wir unsere Umwelt oft nicht unmittelbar verändern können, ist es hilfreich, wenn wir lernen, unsere Reaktion auf sie anzupassen. Gezielte Körperarbeit ermöglicht uns, aktiv auf unsere innere Haltung und unsere Stimmung Einfluss zu nehmen. Dabei integrieren wir Elemente der MBSR (Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion), um das Bewusstsein für den gegenwärtigen Moment zu schärfen und zu lernen, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören. 

Für wen ist es geeignet? 

Therapeutisches Boxen ist für jeden geeignet – mit Ausnahme von Menschen mit akuten psychotischen Zuständen. Vor allem Ängste, Depressionen, Burnout und Borderline Persönlichkeitsstörungen sind gut behandelbar. Auch Menschen in Lebenskrisen oder mit allgemeiner Unzufriedenheit mit sich und der Welt profitieren von der "Arbeit am Boxsack".

Boxen ist unsere Leidenschaft und macht uns glücklich. Dies möchten wir mit Euch teilen.

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